Cannes

Gilt als eleganteste Stadt der Cote d'Azur. Cannes gestattet sich deshalb ein extravagantes Prestige-Image und ist bisweilen sündhaft teuer. Leute, die im Urlaub sparen wollen, sind hier schlecht aufgehoben, da die preisgünstigeren Hotels und Restaurants in der Regel aus allen Nähten platzen. Besser in einem der umliegenden Orte Zimmer nehmen und Cannes in Tagesetappen erkunden.


 

Auf den ersten Blick ist Cannes eine Agglomeration luxuriösester Paläste für die Superreichen und deren Superschönen, - Kulisse für Festivals und Kongresse mit chicsten Modeboutiquen, erlesenen Restaurants und "netten" älteren Damen mit silberfarbenem Haar, die schmuckbeladen in den Nobelcafes verweilen und dabei viel öfters ihr Schoßhündchen anlachen als den kahlköpfigen Gemahl gegenüber.

Ereignisse wie die Filmfestspiele im Mai lassen die Stadt von einem Tag zum anderen aus verschlafener Gemütlichkeit zur Metropole werden. Jetzt präsentieren sich die scheuen Stars und offenherzigen Starlets in der Bar du Carlton (ein Gläschen Dom Perignon um 40 €), vor lauernden Fans, Fotographen oder nachts im Studio Circus mit arabischen Prinzen und den internationalen Playboys. Untertags findet man sie wieder zum Phototermin an den Stränden zwischen Festival-Palast und Palm Beach. Cannes ist somit ein Schuß Monte-Carlo und mehr erlebens- denn sehenswert. Weltberühmte Monumente oder Museen gibt es nicht, jedoch sind die Altstadt und der Markt eine Attraktion für Leute, die Glamour nicht wiederstehen können.

Und wo sind die, die die ganze Arbeit machen? Da wo es weniger schön ist, dafür echter: also westlich der Stadt in Cannes-La Bocca oder nördlich in Le Cannet-Rocheville. Früh schon trifft man sie unausgeschlafen in der Bar des Halles am Fortville Markt (neben denen, für die die Nacht noch nicht zu Ende ist). Cannes mag man erst auf den zweiten Blick.