Die Bucht von l'Escalet

Das idyllische Ramatuelle ist der Geheimtip für alle, denen St. Tropez zu überlaufen ist. Drei geschichtliche Ereignisse haben das Dorf geprägt: die Besetzung durch die Sarazenen 892, die Zerstörung 1592 aufgrund von Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und dem Protestanten Henri IV. sowie der Zweite Weltkrieg. Der Hollywood-Erfahrene J. P. Aumont wurde wegen seiner Englischkenntnisse von den am Pampelonne-Strand landenden Amerikanern ersucht, den Kontakt zur Resistance ramatuelhis herzustellen, und so sahen 1944 die Bewohner von Cavalaire, La Croix-Valmer und Co-golin ihr Filmidol leibhaftig in einem GI-Jeep.

Der Schauspieler Jean-Claude Brialy dagegen macht heute als künstlerischer Leiter des seit 1984 alljährlich stattfindenden Festival Gerard Philipe Furore. (Das Grab Philipes befindet sich auf dem Friedhof von Ramatuelle; Nur einen Seufzer lang, das Buch seiner Frau über die letzten gemeinsam verbrachten Monate, ist ausgesprochen lesenswert.) Brialy weiß Arbeit und Vergnügen auf das trefflichste miteinander zu verbinden: ein Appartement in einer der winkligen Gassen; Frühstück im Cafe des Ormeaux; Diner im Plage Vert oder im Moorea.

Wer die „nackten Tatsachen" der hiesigen Strande kennt, wird sich kaum wundern, daß sich „Emanuelle" alias Sylvia Kristel mit ihrem Mann in der Nähe des Pampelonne-Strandes niederließ.

Wir folgen der D 61, dann der links abbiegenden D 3, die an Weingärten oberhalb der Bucht von Pampelonne entlangführt. Zur Rechten liegt auf einem Vulkankegel die Chapelle St. Anne im Schatten großer Bäume. Die kleine Straße, in die wir nach rechts zur Kapelle abgebogen sind, führt nach St. Tropez zurück.